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Langes Leben als Chance – nicht als Belastung
Die Menschen werden heute älter als je zuvor, doch oft wird das lange Leben als Belastung für Gesellschaft und Sozialsysteme diskutiert.
Alternsforscher Prof. Dr. Frieder R. Lang plädiert für einen Perspektivwechsel. Laut Lang wird Altern häufig mit Verlust, Krankheit und Abbau verbunden. Diese negative Sichtweise führe dazu, dass einige Menschen sich gesellschaftlich zurückziehen und das eigene Leben nicht mehr auskosten. Dabei biete ein langes Leben viele Möglichkeiten – etwa, sich um andere zu kümmern oder das gesellschaftliche Zusammenleben zu bereichern. Ein langes Leben bringe zwar auch mehr Erfahrungen mit Krankheit und Endlichkeit mit sich, doch es gehe darum, sich mit der eigenen Endlichkeit auszusöhnen und das Beste aus dem Leben zu machen.
Für die Altersvorsorge wirft dies Fragen auf: Wie können Produkte gestaltet werden, die nicht nur die finanziellen Risiken des Alters abfedern, sondern auch ein aktives und selbstbestimmtes Leben im Ruhestand ermöglichen? Eine ganzheitliche Betrachtung, die auch psychologische und soziale Aspekte einbezieht, könnte hier neue Ansätze liefern.