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Anleger überschätzen Renditechancen am Aktienmarkt
Viele Privatanleger und selbst Finanzprofis schätzen die Renditechancen am Aktienmarkt oft falsch ein.
Laut der Studie, die im „The Quarterly Journal of Economics“ veröffentlicht wurde, ziehen Menschen aus Unternehmensnachrichten oft andere Schlüsse als die Finanzökonomik. Ein Beispiel: Ein Unternehmen kündigt an, seine Produktionskosten um 20 Prozent zu senken. Viele Anleger kaufen daraufhin Aktien – in der Hoffnung auf kräftige Gewinne. Doch der Aktienkurs reagiert in der Regel unmittelbar auf neue Informationen. Nach vier Wochen ist die Information bereits im Kurs enthalten, sodass spätere Käufer den höheren Preis zahlen und nicht allein aufgrund der alten Nachricht mit zusätzlichen Renditen rechnen können.
Die Studie zeigt, dass rund 60 Prozent der allgemeinen deutschen Bevölkerung, 74 Prozent der deutschen Privatanleger sowie mehr als die Hälfte der Fondsmanager und Finanzberater auch Wochen nach einer positiven Nachricht noch höhere Renditen erwarten. Finanzmarktforscher gehen dagegen überwiegend davon aus, dass sich die Renditen nicht ändern werden.
Für Verbraucher unterstreicht die Studie die Bedeutung einer fundierten Finanzbildung – besonders bei der Altersvorsorge. Versicherungsprodukte mit Kapitalanlagekomponenten, wie etwa fondsgebundene Rentenversicherungen, sollten daher transparent und verständlich gestaltet sein, um Fehleinschätzungen zu vermeiden.